Geführt von einer schier grenzlosen Spielfreude schien die Musik aus ihr herauszufliessen wie aus einem unerschöpflichen Quell.
Die Künstlerin bot neben einem transparenten Klang die ganze Breite einer hochkultivierten Klavierkunst.
Perlender Anschlag, das Instrument zum Flimmern zu bringen... dies gelang Yuka Imamine, eine grosse Offenbarung.
Imamine´s Schubert-Bild ist zeitlos, und ihr Schubert-Spiel entsentimentalisiert auf dem Hintergrund der Schubertschen Zwielichtigkeit.
.........viel mehr war es vom feinsten Pianissimo bis zum lautesten Fortissimo ein nobles Singen im Geiste des unvergessenen Arthur Rubinstein.
........was Schubert hier in Noten gefasst hat, erwachte unter den Händen dieser Pianistin zu hautnaher Realität, die keinen Zuhörer ungerührt lies.
Die mehrfach ausgezeichnete Pianistin macht deutlich, dass ihre musikalischen Wahlverwandtschaften in den lyrischen Klangwelten der Romantik angesiedelt sind: Eine zarte Erscheinung, die musikalische Energien zu bündein scheint, begabt mit einer Unbedingtheit der Empfindung.
Der Funke sprang in den "Kinderszenen" von Schumann, denen formale Schlichtheit und zarte Melancholie Yuka Imamine mit ausdrucksvoller Poesie erfüllte. Zumal auch die "Träumerei", jenes Kleinod romantischer Charakterisierungskunst, berührte durch fernab von allem Sentimentalischen sich bewegende Interpretation.
.......Sie offenbarte dabei echte pianistische Tugenden, neben plastischer Gestaltung geistige Klarheit.
....Yuka Imamine gelang es, die bildhaften Bögen der musikalischen Dramaturgie ausdrucksstark zu spannen.